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Die aktuelle Lage und die Ängste der Generation Mitte

Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, ist die wirtschaftliche Lage der 30- bis 59-Jährigen hierzulande besser als in den letzten fünf Jahren. Dennoch gibt es zum Teil große Sorgen hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Gesellschaft, der deutschen Wirtschaft und der eigenen Altersabsicherung.

Eine aktuelle Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat sich mit den Einstellungen, Erwartungen und Sorgen der Generation Mitte, also der 30- bis 59-Jährigen befasst. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit mit ihrer momentanen wirtschaftlichen Situation zufrieden ist. Allerdings sorgt sich ein Großteil über die derzeitige und künftige gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Entwicklung. Ein hoher Anteil befürchtet zudem eine unzureichende finanzielle Absicherung im Rentenalter.

Seit 2013 lässt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) für eine jährliche Studie untersuchen, wie es den 30- bis 59-Jährigen wirtschaftlich geht, aber auch, wie sie die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen sowie ihre persönliche Altersabsicherung einschätzen. Die Studie mit dem Titel „Generation Mitte“ basiert auf einer repräsentativen Umfrage, durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD). Dafür wurden Anfang bis Ende Juli 2019 hierzulande über 1.100 Befragungen bei 30- bis 59-jährigen Personen durchgeführt.

Ein Umfrageergebnis ist, dass die finanzielle Lage der Generation Mitte seit 2013 noch nie so gut war wie aktuell. 59 Prozent sehen ihre wirtschaftliche Lage positiv, nur neun Prozent eindeutig negativ. 44 Prozent gehe es nach eigenen Angaben wirtschaftlich sogar besser als vor fünf Jahren geht. Eine Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Lage im gleichen Zeitraum sahen bei sich 16 Prozent – im Vorjahr waren es noch 18 Prozent.

Negative wirtschaftliche …

Eher negativ fällt dagegen die Einschätzung der Generation Mitte bezüglich der künftigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung aus. Nur 24 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Wirtschaftsstärke in den nächsten Jahren aus. Dagegen sind 41 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Wirtschaft hierzulande künftig zurückfallen, also an Stärke verlieren wird.

Die größten Gefahren für die deutsche Wirtschaft sehen die Befragten im Fachkräftemangel, in der Politik des US-Präsidenten, im Risiko, dass Deutschland den Anschluss an die technologischen Entwicklungen verpasst, sowie dass der freie Handel immer mehr eingeschränkt wird. Rund jeder Zweite sieht zudem als Gefahr für eine starke Wirtschaft Mängel im Bildungssystem, die demografische Entwicklung hierzulande und den Klimawandel.

… und gesellschaftliche Tendenzen

Mehr als die Hälfte, nämlich 51 Prozent, sind zudem der Ansicht, dass sich die Gesellschaft negativ verändert hat. Positive Tendenzen sehen hier nur 16 Prozent. Zwei Drittel der 30- bis 59-Jährigen gaben an, dass Deutschland ihrer Meinung nach mittlerweile eine „Ellenbogengesellschaft“ geworden ist. Mehr als acht von zehn gehen davon aus, dass die Aggressivität allgemein zunimmt, über drei Viertel der Befragten gehen davon aus, dass immer mehr Menschen unter Zeitdruck stehen werden.

Zudem glauben zwei Drittel der Umfrageteilnehmer, dass der gesellschaftliche Zusammenhang in den letzten Jahren abgenommen hat. 57 Prozent halten ihn aktuell für eher schwach und zehn Prozent sogar für sehr schwach. Nur 17 Prozent glauben, dass der Zusammenhalt untereinander eher stark, und sogar nur ein Prozent, dass er sehr stark ist.

Viele rechnen mit finanziellen Einschränkungen im Alter

Auch beim Thema der persönlichen finanziellen Altersabsicherung überwiegt die Skepsis. 44 Prozent der 30- bis 59-Jährigen befürchten, dass ihre finanzielle Absicherung im Alter nicht ausreichen wird. Konkret glaubt nur etwa jeder Vierte, dass er voraussichtlich im Rentenalter genug Geld haben werde, um finanziell sorgenfrei im Alter leben zu können. Die Hälfte der Befragten erwartet dagegen, dass sie mit ihren Alterseinkünften auskommen werden, aber nur, wenn sie Einsparungen vornehmen, also den bisherigen Lebensstandard senken.

Jeder Fünfte ist sogar der Ansicht, dass seine finanziellen Mittel im Alter knapp werden oder auch gar nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt mit den eigenen finanziellen Mitteln bestreiten zu können. 46 Prozent begründen die ungenügende Altersabsicherung mit einer zu geringen privaten Altersvorsorge, 41 Prozent mit einem zu niedrigen Erwerbseinkommen und 27 Prozent mit einer zu niedrigen Erwerbstätigkeit, da sie nur stundenweise oder Teilzeit arbeiten.

Notwendige Altersvorsorge

Dass unter anderem beim Thema Altersabsicherung die Befürchtungen nicht unbegründet sind, zeigt bereits ein Blick in die aktuelle Rentensituation. Derzeit erhält ein gesetzlich Rentenversicherter, der 45 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, nicht einmal die Hälfte seines bisherigen Verdienstes als gesetzliche Altersrente ausbezahlt – das Rentenniveau liegt derzeit bei 48 Prozent. Für die jüngere Generation erwarten Experten sogar ein noch niedrigeres Rentenniveau. Wer im Alter seinen bisherigen Lebensstandard halten möchte, sollte daher bereits frühzeitig vorsorgen.

Die Versicherungswirtschaft bietet zahlreiche private, betriebliche und auch staatlich geförderte Altersvorsorgelösungen an. Wie hoch die voraussichtliche Finanzlücke im Rentenalter ohne zusätzliche Vorsorge tatsächlich sein wird und welche Altersvorsorgeformen für den Einzelnen infrage kommen, können bei einem Versicherungsexperten erfragt werden. Auch wer denkt, derzeit finanziell nicht in der Lage zu sein, sinnvoll vorzusorgen, sollte einen Experten zurate ziehen, denn manche Möglichkeiten und finanzielle Spielräume werden erst durch eine gründliche Analyse erkannt.

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