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Nicht nur Fahranfänger sind häufig an Unfällen schuld

Eine aktuelle Statistik verdeutlicht, in welchem Alter Autofahrer die meisten Verkehrsunfälle verursachen, bei denen andere zu Schaden kommen.

Wer ein Auto versichern will, wird beim Versicherungsantrag in der Regel auch gefragt, wie alt die Fahrer sind, die den Pkw nutzen, denn dies ist ein wichtiges Kriterium bei der Festlegung der Prämie. Eine Statistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. verdeutlicht, warum das so ist. Die Statistik zeigt unter anderen, dass mit steigendem Alter nicht unbedingt die Unfallhäufigkeit abnimmt.

Laut einer aktuell veröffentlichten Gemeinschaftsstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) ereigneten sich in 2018 2,76 Millionen Autounfälle, bei denen andere geschädigt wurden. Für diese sogenannten Kfz-Haftpflichtschäden kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Autos auf, mit dem der Unfall verursacht wurde.

Die Kfz-Versicherer zahlten in 2018 für diese Kfz-Haftpflichtunfälle über 9,9 Milliarden Euro an die Geschädigten. Insgesamt waren rund 44 Millionen Pkws – ohne Mietautos – in 2018 im Durchschnitt mindestens ein Jahr versichert. Damit ereigneten sich im Schnitt 62 Kfz-Haftpflichtunfälle je 1.000 versicherte Pkws.

Das Kfz-Unfallrisiko hängt unter anderem vom Alter ab

Die Statistik zeigt auch, dass das Alter der Autofahrer mitunter die Schadenhäufigkeit beeinflusst. Nicht zuletzt deshalb hat auch das Alter der Fahrer, die das versicherte Auto nutzen, bei vielen Kfz-Versicherungsverträgen einen maßgeblichen Einfluss auf die Prämienhöhe der Kfz-Versicherung.

Der Statistik ist unter anderem zu entnehmen, dass Fahranfänger bis einschließlich des 19. Lebensjahres die höchste Unfallhäufigkeit vorweisen. So betrug 2018 bis zum 18. Lebensjahr die Schadenhäufigkeit 115 und im 19. Lebensjahr 106 Kfz-Haftpflichtschäden je 1.000 Pkws, die von Fahrern dieser Altersgruppe gefahren wurden. Auch die 20- bis 26-Jährigen verursachten überdurchschnittlich viele Kfz-Haftpflichtschäden.

Konkret waren es bei den 20-Jährigen 96, bei den 21- bis 22-Jährigen 86, bei den 23- bis 24-Jährigen 78 und bei den 25- bis 26-Jährigen sogar wieder 82 Kfz-Haftpflichtunfälle je 100 Pkws, die von der jeweiligen Altersgruppe gefahren wurden.

Ab dem 63. Lebensjahr steigt die Zahl der Kfz-Haftpflichtschäden

Autofahrer im Alter von 27 bis einschließlich 72 Jahren wiesen eine durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Schadenhäufigkeit auf. Die 27- bis 41-Jährigen sowie die 71- bis 72-Jährigen hatten mit 62 Kfz-Haftpflichtunfällen je 100 Pkws, die die Personen dieses Alters fuhren, damit die gleiche Schadenhäufigkeit wie alle Altersgruppen im Durchschnitt. Am wenigsten Kfz-Unfälle mit Haftpflichtschäden verursachten die 42- bis 62-Jährigen, nämlich 49 Unfälle je 100 Autos, die von dieser Altersklasse gefahren wurden.

Ebenfalls weit unter dem Durchschnitt liegen die 63- bis 67-Jährigen mit 50 Kfz-Haftpflichtunfällen je 100 Pkws dieses Nutzerkreises. Auch die 67- bis 70-Jährigen hatten mit 56 Kfz-Unfällen je 100 Autos, die von dieser Altersgruppe gefahren wurden, weniger Kfz-Haftpflichtschäden als der Durchschnitt aller Autofahrer. Die statistischen Zahlen belegen aber auch, dass ab dem 67. Lebensjahr mit dem steigenden Alter die Häufigkeit von Kfz-Haftpflichtunfällen zunimmt.

So verursachten die 73- bis 74-Jährigen 68, die 75- bis 76-Jährigen 72, die 77- bis 78-Jährigen 78, die 79- bis 81-Jährigen 86 und die ab 82-Jährigen sogar 98 Kfz-Haftpflichtunfälle je 1.000 versicherte Autos, die von diesen Altersgruppen gefahren wurden. Aus den Zahlen kann man schließen, dass auch körperliche Kriterien wie die Reaktions-Geschwindigkeit, die zum Beispiel im Alter nachlässt, für das individuelle Unfallrisiko mit ausschlaggebend sind.

Fast 3.600 Euro Schaden je Kfz-Haftpflichtunfall

Die durchschnittliche Schadenhöhe je Kfz-Haftpflichtunfall betrug insgesamt 3.593 Euro. Die 27- bis 72-Jährigen verursachten je nach Altersgruppe innerhalb dieser Altersklassen eine Schadenhöhe zwischen 3.236 Euro und 3.583 Euro je Kfz-Haftpflichtunfall. Sie lagen damit unter dem Schadendurchschnitt aller Autofahrer.

Die Höhe je Kfz-Haftpflichtschaden, die von den ab 73-jährigen Senioren verursacht wurden, belief sich je nach Altersgruppe in dieser Altersklasse zwischen 3.396 Euro und 3.598 Euro. Sie lag damit weit unter der Durchschnitts-Schadenhöhe pro Kfz-Haftpflichtschaden, welche die 18- bis 26-Jährigen verschuldeten; diese betrug je nach Altersgruppe innerhalb der genannten Altersklasse nämlich zwischen 3.872 Euro und 4.058 Euro.

Die durchschnittliche Schadenhöhe war in der Altersgruppe der 21-bis 22-Jährigen mit 4.058 Euro je Haftpflichtschaden im Vergleich zu allen anderen Altersgruppen am höchsten und bei den 71- bis 72-Jährigen mit 3.236 Euro am niedrigsten.

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