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Erste Bilanz über Katastrophenschäden 2020

Eine vorläufige Schätzung des Schadens, den Natur- und von Menschen verursachte Katastrophen im ersten Halbjahr 2020 weltweit hinterlassen haben, zeigt eine Zunahme gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr.

Rund 75 Milliarden Dollar gesamtwirtschaftliche, davon 31 Milliarden versicherte Schäden: Das ist eine erste vorläufige Bilanz der Natur- und von Menschen verursachten Katastrophen im ersten Halbjahr, die ein Institut eines Rückversicherers veröffentlicht hat. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Zunahme.

Vor Kurzem hat das Swiss Re Institute (SRI), ein Institut eines Rückversicherers, eine vorläufige Schätzung zu den Katastrophenschäden des ersten Halbjahres 2020 vorgelegt. Diesen Daten zufolge beliefen sich die gesamtwirtschaftlichen Schäden aus Natur- und von Menschen verursachten („Man-made“-)Katastrophen weltweit auf 75 Milliarden Dollar – das waren 33 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2019. Die Schadenhöhe im entsprechenden Vorjahreszeitraum lag nämlich bei 57 Milliarden US-Dollar.

Der Großteil der wirtschaftlichen Schäden im ersten Halbjahr 2020 entfiel mit 72 Milliarden Dollar auf Natur-, die übrigen drei Milliarden Dollar auf „Man-made“-Katastrophen. Dass sich Letztere im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2019 um 39 Prozent verringerten, führt das SRI auch auf die Corona-Pandemie zurück, „da die Wirtschaft durch Lockdown-Maßnahmen in vielen Ländern der Welt fast zum Erliegen kam“. Bei den durch Naturkatastrophen verursachten Schäden gab es dagegen eine Zunahme gegenüber dem gleichen Vergleichszeitraum von 2019 auf 2020 von plus 39 Prozent.

Rund 40 Prozent der Schäden versichert

Von den wirtschaftlichen Schäden sei ein Volumen von 31 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 26,3 Milliarden Euro), also rund 40 Prozent, durch Versicherungen gedeckt gewesen. Absicherungslücken sind zum Beispiel möglich, wenn Betroffene keine für den angefallenen Schaden adäquate Versicherungspolice gehabt haben.

Versicherte Schäden in Höhe von 28 Milliarden Dollar und damit 49 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2019 wurden in den ersten sechs Monaten 2020 durch Naturkatastrophen verursacht. Ein Schadensumfang von drei Milliarden Euro, das waren 34 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, entfiel im ersten Halbjahr 2020 auf von Menschen verursachte Katastrophen.

Vor allem Stürme und Gewitter

Eines der Beispiele, die das Institut für das Schadengeschehen im ersten Halbjahr 2020 anführt, sind schwere Konvektionsgewitter – Gewitter mit Tornados, Überschwemmungen und Hagel – in Nordamerika. Diese hinterließen versicherte Schäden in Höhe von über 21 Milliarden US-Dollar. „Dies war der höchste Wert seit dem ersten Halbjahr 2011, als sich die Schäden aus Konvektionsgewittern auf rund 30 Milliarden Dollar beliefen“, ergänzt das Institut.

Im Juni kam es in Calgary zu Hagelschäden im Ausmaß von einer Milliarde US-Dollar, „das bisher teuerste Hagelereignis in Kanada überhaupt“, so das Institut. Im Februar erfassten die Stürme Ciara/Sabine und Dennis/Victoria Nordeuropa, darunter auch Teile Deutschlands. „Starker Wind und heftige Regenfälle führten zu Überschwemmungen, Stromausfällen und Verkehrsstörungen und verursachten versicherte Schäden von insgesamt mehr als zwei Milliarden US-Dollar“, berichtete das SRI.

„Zerstörerischster tropischer Zyklon, den Indien je erlebte“

Der Zyklon Amphan im Golf von Bengalen wiederum hinterließ wirtschaftliche Schäden in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar. Das mache ihn zum „zerstörerischsten tropischen Zyklon, den Indien je erlebt hat“. Und ab Mai führten starke Regenfälle zu schweren Überschwemmungen in China.

In Australien häuften sich ab Jahresbeginn die Schäden durch Brandereignisse, so das SRI weiter. Nächster Schwerpunkt von Waldbränden sei die sibirische Arktis gewesen, „wo außergewöhnlich hohe Temperaturen und trockenes Wetter ideale Voraussetzungen für großflächige Feuer schufen“.

Es werden noch mehr Schäden erwartet

Die Schadenbilanz müsse aber möglicherweise noch nach oben revidiert werden, heißt es vom SRI. „Zudem könnte die laufende Hurrikan-Saison im Nordatlantik in der zweiten Jahreshälfte höhere Schäden verursachen. Bis zum Tag der Veröffentlichung wurden bereits neun benannte Stürme beobachtet – ein Rekord für diesen frühen Zeitpunkt des Jahres.“ Ganz grundsätzlich, so ein Verantwortlicher des genannten Rückversicherers, werde sich das Schadengeschehen infolge des Klimawandels künftig „noch verschärfen und verstärken“.

Viele Schäden, die durch Naturgewalten wie Sturm, Hagel, Überschwemmung, Starkregen, Erdbeben entstehen oder die Folge einer von Menschen verursachten Katastrophe sind, wie Brände, Explosionen oder Terroranschläge, lassen sich durch passende Versicherungspolicen absichern. Ein Versicherungsexperte berät auf Wunsch darüber, welche Absicherungslösungen es diesbezüglich für die unterschiedlichsten Bereiche – vom Versicherungsschutz für das Hab und Gut bis hin zur Ertrags- oder Einkommensabsicherung – für Firmen wie auch für Privatpersonen gibt.

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